Lebensqualität als Maßstab
Der starke Gelenkschmerz steht für den Patienten mit einer Arthrose des Hüftgelenks im Vordergrund. In früheren Jahren war der Schmerz der allein bestimmende Parameter, um den Operationszeitpunkt festzulegen. Heute werden eine Reihe weiterer Faktoren mit herangezogen, um den geeigneten Zeitpunkt zur Operation eines künstlichen Gelenks zu bestimmen.
Einer der wichtigsten Entscheidungshilfen stellt die Lebensqualität dar. Sicher definiert sich diese für jeden Menschen ganz unterschiedlich. Mag dies für den eine der Einkaufsbummel durch die Stadt, so kann dies für den anderen die Golfpartie am Samstagmorgen sein.
Wahl des richtigen Operationszeitpunktes
- Lebensqualität
- Schmerz
- Muskulatur
- Funktionszustand des Gelenks
- Knochenqualität
- Grunderkrankung (Arthrose, rheumatische Erkrankung, etc.)
Lange Zeit wurde das Alter als ein limitierender Faktor für den Einbau eines künstlichen Gelenks angesehen. Der alte Satz "keine Prothese vor 60" ist nicht mehr haltbar. Die Qualität des künstlichen Gelenkersatzes hat heute so zugenommen, dass bei einer entsprechend schweren Arthrose, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, dies bereits bei jüngeren Patienten in Erwägung gezogen werden kann.
Der Stellenwert der Muskulatur wurde lange unterschätzt. Es ist jedoch immens schwer eine durch die Arthrose reduzierte Muskulatur nach der Operation wieder aufzubauen. Deswegen wird der betreuende Orthopäde kontinuierlich den Zustand der Muskulatur mit im Auge haben. Noch problematischer ist die Einschränkung der Beweglichkeit des Gelenkes. Liegt vor der Operation eine gute Funktion des Hüftgelenks vor, so kann auch nach der Operation mit einer sehr guten Beweglichkeit gerechnet werden. Wir wissen jedoch, dass vor der Operation stark bewegungseingeschränkte Gelenke nicht in dem gleichen Maße an Beweglichkeit durch das künstliche Gelenk gewinnen. Dies muß ebenfalls bei der Wahl des Operationszeitpunktes mit berücksichtigt werden. Immens wichtig ist auch die zugrunde liegende Ursache der Arthrose. Liegt zum Beispiel eine chronische rheumatische Erkrankung vor, so muß häufig der Operationszeitpunk früher gewählt werden, da bei diesen Erkrankungen andere Gelenke ebenfalls oft betroffen sind und sonst durch die Anhäufung mehrerer zerstörter Gelenke gleichzeitig eine erhebliche Beeinträchtigung der Gehfähigkeit und damit der Selbständigkeit droht.



