Ein "häufig übersehenes" Gelenk
Das Schultergelenk war lange eines der Problemgelenke bei rheumatischen Erkrankungen. Der Mehrgelenkbefall führt zu Entzündungen fast aller Gelenke. Klinisch stehen vor allem die Gelenke der unteren Extremität im Vordergrund.
Insbesondere die Hüfte, das Kniegelenk und der Fuß beeindrucken, da hier die Lauf- und Gehfähigkeit und damit letzten Endes auch die Unabhängigkeit unserer Patienten gefährdet und betroffen ist; so dass dies anfangs auch subjektiv für den Patienten durch den Schmerz dominant im Vordergrund steht. Der Befall der Schultergelenke führt jedoch in gleicher Weise wie an allen anderen Gelenken schließlich zur Gelenkzerstörung.
Die diagnostischen Zeichen einer Schulteraffektion sind jedoch im Vergleich zur unteren Extremität nicht so deutlich ausgeprägt, so dass die Schulter als betroffenes Gelenk zunächst häufig übersehen wird.

Arthroskopie: Schwere Entzündung der Schulter (Synovitis)
Auch hier gibt das Röntgenbild erst in einem späteren Stadium Aufschluss auf eine Beteiligung des Schultergelenkes, da sich die entzündlichen Prozesse vor allem im Weichteilgewebe der Schulter abspielen. Die Ultraschalldiagnostik und die Kernspintomographie können mit entsprechender Erfahrung einen guten Einblick über den Zustand des Gelenkes, insbesondere seiner Weichteile liefern.
Die Behandlung der rheumatischen Schulter erfordert ein gänzlich anderes Therapiekonzept als wir es von der nichtentzündlichen Schulter kenne. Das Abwarten ohne therapeutisches Eingreifen führt zur Zerstörung der Schulter.

Gelenkspiegelung: die Entzündung hat bereits zur lokalen Zerstörung des Knorpels geführt (Usur)
Kann die Entzündung in der Schulter medikamentös nicht beherrscht werden, so müssen andere Wege beschritten werden, um sie einzudämmen. Ein Belassen des Entzündungsgewebes ohne Therapie führt zur Zerstörung des Gelenkes und der Muskulatur und somit zu Schmerzen und Funktionsverlust.
Was für Optionen bieten sich nun rheumatisch Erkrankten?



